GORNJA RADGONA

Stadt an der Grenze, Stadt der Messen und des Sekts 

 

 

Die Gemeinde Gornja Radgona liegt im nordöstlichen Teil Sloweniens und grenzt entlang der Mur an Österreich. Die Natur bietet den Gästen die Möglichkeit von Aktivurlaub und Sport zu allen Jahreszeiten. Auf der Mur stehen Rafting und Floßfahrten zur Auswahl, während man an den Seen Bootsfahrten unternehmen und fischen kann, aber auch Radfahren, Tennis und Wandern stehen hier hoch im Kurs. In den zahlreichen Weinkellern warten spezielle Erlebnisse und der Traktorzug fährt mit den Besuchern durch Weingärten mit klingenden Namen. Die zahlreichen internationalen Kulturereignisse ziehen Besucher von beiden Seiten der Grenze an.

 

Apolonijina-Weg

Die rothaarige Apollonia ist eine Nachfahrin jener Frau, die im 18. Jahrhundert in Gornja Radgona wegen Zauberei verurteilt wurde. Sie konnte Menschen und Tiere mit Kräutern heilen und aus der gleichen Menge Milch mehr Butter herstellen als die anderen Bäuerinnen. Sie kehrt immer wieder gerne zurück. Obwohl es viele Wege gibt, die sich zum Radfahren und Wandern eignen, unternimmt sie ihre Ausflüge am liebsten mit dem Traktorzug. Das Wandern kann die Hexen nämlich sehr erschöpfen, obwohl ihnen von gastfreundlichen Menschen auf dem Weg Topfenfleck, die Gibanica aus der Prlekija, Grammelpogatschen und Nuss- sowie Mohnpotizen angeboten werden. Manchmal sieht sie noch schnell im Weinkeller „Unter dem Wasserfall“ vorbei und erfrischt sich mit Sekt und Bouvier-Wein. Am Rand wirft sie noch einen Blick auf das Spital, ein Gebäude aus dem Anfang des 17. Jahrhundert, und den Gedächtnispark „Niemals wieder“, der an den Kampf um die Unabhängigkeit Sloweniens erinnert. Sie macht kurz halt in der „Allee der Großen“, die bekannten Persönlichkeiten Gornja Radgonas gewidmet ist, und macht sich dann auf zur Petruskirche. Weiter geht es auf dem Weinweg und im Turm des Kodolitsch-Stöckls läutet die Glocke gegen den Hagel. Danach geht es weiter zum Mineralwasser in Ivanjševci, wo sie nach kurzer Rast das aus der Erde hervorquellende Wasser trinkt, von dem man noch vor Kurzem behauptete, dass es von den Hexen unter der Erde gekocht wird. Ein wenig noch, und schon ist sie in Negova, wo man sie in Barockkleidern erwartet und ein mittelalterliches Gerichtsverfahren aufführt.

 

Nach der Besichtigung der Marienkirche ermahnen wir sie, sich am Pranger entsprechend zu benehmen. Der renovierte höfische Schönling aus dem 14. Jahrhundert, der aus seinem langen Schlaf erwacht ist, wartet darauf, ihr seine Geheimnisse zu verraten. An der Schlossmauer und im Erlebnispark pflückt sie von den vierhundert Kräutern ihre eigenen Kräuter. Jetzt heißt es aber zurückgehen, weil in der Stadt die große Messe beginnt. Sie nimmt den Weg über Črešnjevci, wo Peter Dajnko in einem typisch pannonischen Bauernhaus geboren wurde. Er war ein Mundartdichter und Bienenliebhaber.

Sie kommt erst in der Murau beim Altarm Lisjakova struga zum Verschnaufen. Dort pflückt man im Frühling Bärlauch, während die Fischer im Sommer hier Picknicks veranstalten.

Verliebt in das Leben, wie sie ist, hat sie nichts gegen gutes Essen. Gegen Abend macht sie halt in einer der Buschenschanken und leistet sich dort eine saure Suppe mit Heidensterz oder Blutwurst mit Sauerkraut. Dann verschwindet sie in die Nacht.

Lange noch schwebt der Duft nach Apfelspalten und Johanniskraut in der Luft.

 

Kräuterpark Negova

Ein Kräutersammler führt durch den Kräuterpark Negova, der mehr als 400 Kräuter umfasst.

Die Führung orientiert sich an unterschiedlichen Themen wie der Aufzucht von Pflanzen, der Sammlung, Aufbewahrung, den Möglichkeiten und Arten der Verwendung und kulinarischen Zwecken.

 

Schloss Negova

Das Schloss soll sich aus einem Schützenhof aus Holz entwickelt haben, der hier schon im 11. bzw. 12. Jahrhundert bestanden haben soll. Als Schloss Vest Egaw wird es 1425 zum ersten Mal erwähnt. Damals war die Familie Winden der Eigentümer. Der älteste Teil des Schlosses ist der unterkellerte einstöckige Nordtrakt mit der Kapelle und dem Eingangsturm aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Im 16. Jahrhundert wurden noch drei Trakte mit Türmchen angemauert.

 

Das Schloss Gornja Radgona steht auf einem 265 Meter hohen Hügel mit einer hübschen Aussicht auf die Umgebung. Das Schloss wird im 12. Jahrhundert zum ersten Mal erwähnt. Es wurde vom Adeligen Radigoj gebaut, der slowenischer Abstammung war. Nach ihm wurden das Schloss und später der Markt und die Stadt benannt. Zunächst war man davon ausgegangen, dass der Name vom Wort „Rad“ stammt, das auch im Stadtwappen erscheint.

drucken drucken   
|   
Bookmark and Share